Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen

Nachtflugverbot

Jetzt endlich durchgesetzt: Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen

Ryanair ändert Flugplan und verlegt zwei Flüge mit späten Landungen vor. Der Grüne Verkehrsminister Tarek Al-Wazir wertet das als Erfolg.

Hin und wieder hat Ryanair die 23-Uhr-Grenze am Frankfurter Airport ausgefuchst. Jetzt verlegte die Billig-Airline zwei Flugverbindungen vor.

Verkehrsminister Al-Wazir ist glücklich, die Opposition nicht.

Allein im April landeten 38 Flieger der Billigfluggesellschaft Ryanair trotz des Nachtflugverbots nach 23 Uhr am Frankfurter Flughafen. Zur Linken-Fraktion im Landtag ist klar: Das hat System. Die Fluggesellschaft plane einfach zu wenig Spielraum ein. „Fünfzig Prozent aller verspäteten Landungen geht aufs Konto von Ryanair“, sagte Linken-Fraktionschefin Janine Wissler am Donnerstag im Parlament. Die schwarz-grüne Landesregierung lasse sich von Ryanair auf der Nase herumspringen. Wissler einforderte von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne): „Stellen Sie das Nachtflugverbot wieder her.“

Al-Wazir: „Ergebnisse eines erneuten sehr ernsthaften Gesprächs“

Der so Kritisierte hatte dem Plenum eine Neuigkeit zu verkünden: Ryanair habe dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen mitgeteilt, zwei Flugverbindungen nach Frankfurt am Main vorzuziehen, erklärte Al-Wazir. So soll die Maschine aus London-Stansted vom 1. Juni an um 22.10 Uhr statt um 22.30 Uhr eintreffen, der Flieger aus Catania um 21.15 Uhr statt um 22.30 Uhr. „Das sind erste Resultate eines erneuten sehr ernsthaften Gesprächs, das wir mit Ryanair geführt haben“, bewies sich der Volksvertreter glücklich.

Er betonte zugleich: „Wir werden den Druck weiterhin hoch halten“ Derzeit werde begutachtet, ob die Verspätungen auf einen zu engen Flugplan zurückzuführen seien. Das wäre eine Nichteinhaltung und könnte mit bis zu 50.000 Euro Buße pro Fall geahndet werden. „Bei Ryanair zählen für mich nur noch Taten, keine Ankündigungen mehr“, sagte der Minister.

Kritik an der Airline kam auch von der FDP, die Ryanair vorwarf, das „Vertrauen in den Flughafen und seine Regeln insgesamt zu beschädigen“. Die CDU verteidigte die unternehmerische Wahl, Ryanair am Flughafen anzusiedeln, als „nachvollziehbar“. Die hohe Zahl der zu späten Landungen sei allerdings „ebenso inakzeptabel wie unnötig“.

Ordnungswidrigkeitsverfahren eröffnet

Am Frankfurter Airport gilt die Regel, dass Maschinen auch zwischen 23 und 24 Uhr noch aufsetzen dürfen – wenn sich die Verzögerung mit aktuellen Gründen erklären lässt, nicht aber wenn die Zeitverzögerung schon im Flugplan geplant ist. Seit Wochen werde für jeden verspäteten Ryanair-Flug aus London-Stansted und Barcelona, der unpünktlich landet, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, hatte Al-Wazir Anfang Mai vereinbart. Das Regierungspräsidium Darmstadt muss letztendlich herausfinden, ob die Verspätungen auf die Flugplangestaltung zurückzuführen sind.

Ryanair hatte Beginn Mai beteuert, man berücksichtige stets das geltende Nachtflugverbot. „Im April waren einige Flüge nach Frankfurt am Main allerdings von geringfügigen Verspätungen betroffen“, sagte Airline-Sprecher Robin Kiely. „Diese sind durch die von der Flugverkehrskontrolle verursachten Slot-Verspätungen im Vereinigtes Königreich und Deutschland zustande gekommen.“

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